“Die neuen Herausforderungen künstlicher Intelligenz annehmen”

Von Angelika Neumann, Plötzky

Die Volksparteien haben nicht nur in Deutschland, sondern auch in allen anderen europäischen Ländern ausgedient, denn das Volk in dem Sinne gibt es nicht mehr, es gibt nur noch die Masse, die zufällig zwar die gleiche Sprache spricht, aber kaum noch Verbindendendes unter der Masse, denn den einen Feind gibt es nicht mehr, gegen den die Masse ankämpfen muss. Früher war klar, auf der einen Seite waren die Arbeiter, auf der anderen Seite die Industriellen, gegen die es die Forderungen durchzusetzen galt, mit dem Ergebnis, dass wir in Deutschland einen sehr hohen sozialen Standard erreicht haben.

Jetzt gibt es “die da oben” und “wir da unten”, den Klimawandel, der erst dann wieder in unserem Bewusstsein auftaucht, wenn wir durch Hochwasser oder Orkane selber betroffen sind, und es gibt die künstliche Intelligenz, die aus keinem Lebensbereich mehr wegzudenken ist (Medizin, Schule, Arbeitswelt, privater Bereich wie Handy mit den ungezählten Apps, die unser Leben beherrschen). Leider haben es die Populisten mit ihren Überfremdungsparolen und auch sonstigen Hetzparolen bis zur Regierung geschafft. Aber auch nur, weil die meisten Menschen keine komplizierten .Antworten auf ihre Fragen haben wollen. Dabei wird leider nicht der Wahrheitsgehalt hinterfragt, sondern nur danach, ob diese Parolen Antworten auf die gegenwärtige Stimmungslage geben und somit das Gefühl vermitteln: Hier ist jemand, der mich versteht.

Fakt ist eins: Das in der Steinzeit entwickelte Gehirn des Menschen mit seinen Urtrieben wie Angst, Flucht und soziale Bindungen ist überfordert und gerät permanent an seine Grenzen.

Ein Volk von Individualisten hat sich in den letzten Jahren entwickelt, musste sich entwickeln, da es kaum noch Raum für Gemeinsames gibt, weil jeder vom Aufstehen bis zum Schlafengehen ständig wechselnden Orten (Arbeit) und Kollektiven (Umstrukturierungen) ausgesetzt ist. Zeit zur Selbstbesinnung, für Geselligkeit ist kaum noch. Die SPD sollte sich wie folgt den neuen Gegebenheiten anpassen:

Künstliche Intelligenz: Die neuen Herausforderungen künstlicher Intelligenz annehmen, dazu Strategien/Visionen erarbeiten, sowohl im privaten als auch im Arbeitsbereich. Es gibt schon lange nicht mehr den klassischen Arbeiter an der Werkbank, der auswechselbar ist. Es gibt nur den Spezialisten an der Werkbank im Büro. Die menschenleere Fabrik ist keine Vision mehr. Der Mensch braucht neue Betätigungsfelder (z. B. im sozialen Bereich, Umweltbereich), in denen er sich beweisen kann. Diese müssen aufgebaut und gefördert werden.

Die Jugend bei den sozialen Medien abholen. Jugendliche für die soziale Idee der SPD begeistern, damit sie ihre Ideen bei YouTube ins Netz stellen. Warum nicht auch ein Spiel entwickeln, bei dem die SPD die Welt rettet?

Umweltschutz und Wirtschaftswachstum schließen sich leider aus. Und doch muss auch die SPD den Schutz der Umwelt mit auf die Agenda schreiben. Es sollten Umweltprojekte gefördert werden, die der Gesundheit dienlich sind und keine gigantisch ausufernden Sportanlagen/Tourismusanlagen, die die Umwelt vernichten.

Wie wäre es stattdessen mit einem endlich verbesserten Nahverkehr, der auch noch so kostengünstig ist, dass es sich lohnt, das Auto stehen zu lassen?

Natürlich dürfen nicht die sozialen Kernfragen wie Altersarmut, bezahlbares Wohnen und Kinderarmut vergessen werden. Hier gilt: Nicht nur diskutieren, sondern handeln, aber bitte vernünftig.

Altersarmut: Grundrente bitte nicht für jeden. Die Hausfrau, die nie gearbeitet hat, kann nicht derjenigen gleichgestellt werden, die wenigstens 35 Jahre voll gearbeitet hat und in die Sozialsysteme eingezahlt hat. Diese Vorgehensweise schürt nur wieder neuen sozialen Unfrieden.

Kinderarmut: Vorangestellt: So arm sind unsere Kinder nicht, durch Kindergeld und Freibeträge, braucht kein Kind zu hungern. Trotzdem bestreite ich nicht, dass es auch Armut in Deutschland gibt. Diese Familien müssen selbstverständlich unterstützt werden.

Wir sollten vielleicht den Begriff der Armut neu definieren. In unserer Gesellschaft wird Armut zu sehr an materiellen Dingen gemessen. Wenn das Kinderzimmer nicht voll von Spielzeug ist oder bei mehreren Geschwistern nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer hat, gilt es als arm.

Wie wäre es, solche Projekte zu fördern, in denen mit den Kindern die Natur erkundet wird, die Kinder dazu animiert werden, aus den Naturmaterialen etwas zu basteln, um damit spielerisch eine eigene Welt zu erschaffen?