Seluan Al-Chakmachi

Kandidat für den SPD-Landesvorsitz

Alter:
41 Jahre

Wohnort:
Güsten

Familie:
geschieden, alleinerziehender Vater, ein Sohn (18 Jahre)

Beruf:
Mitarbeiter Wahlkreisbüro Lischka, MdB
Erlernte Berufe: Kaufmann für Bürokommunikation, Polizeivollzugsbeamter Bundesgrenzschutz (Bundespolizei)

Ortsverein:
Saale-Wipper

SPD-Mitglied seit:
2001
(2009 kurzfristig aus SPD ausgetreten und wieder eingetreten)

Aktuelle Parteifunktionen/öffentliche Ämter:
OV-Vorsitzender SPD Saale-Wipper, AfA-Kreisvorsitzender Salzland, Kreisvorstandsmitglied SPD Salzland, Landesvorstandsmitglied AfA, Landesvorstandsmitglied AG Migration und Vielfalt

Weiteres gesellschaftliches Engagement:
Ich bin Gründungs- und aktives Mitglied des Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Rechtsextremismus und Gewalt in Bernburg. Hierbei arbeite ich eng mit anderen Vereinen und Organisationen im gesamten Salzlandkreis und mit der Landeszentrale für politischer Bildung des Landes Sachsen-Anhalt zusammen. Von 2007 bis 2017 war ich stets im Schulelternrat und Kreiselternrat aktiv tätig sowie zeitweilig auch im Landeselternrat. Meine Mitgliedschaften bei Verdi, die Gelbe Hand (Verein der Betriebsräte und Gewerkschaften gegen Rassismus und Diskriminierung), AWO Salzland und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger runden mein Bedürfnis zur gesellschaftlichen Mitgestaltung ab.

Welche drei Probleme in Sachsen-Anhalt müssen wir als SPD am dringendsten anpacken?

  • Bildung und Kultur
  • Tarifbindung im gesamten Land
  • Kommunale Finanzausstattung (Entschuldung der Kommunen)

Was meinst Du, in welchem Bündnis auf Landesebene die SPD ihre Ziele am besten verwirklichen kann?

In einem Bündnis, in dem die SPD den/die Ministerpräsident*in stellt und das die Mehrheit im Landtag hat.

Wie können wir als SPD wieder mehr politisches Profil gewinnen und „rüberbringen“? Wie können wir den Einfluss der AfD zurückdrängen?

Durch den Mut zum Ausstieg aus der großen Koalition und der Kenia-Koalition kann ein starkes Signal an die Bevölkerung gesendet werden. Der Koalitionspartner hat ausgedient und kann nicht mithalten. Dass die AfD keine Alternative für die Menschen ist, dass muss inzwischen jedem klar sein. Der Hauptgrund für unsere Schwäche ist jedoch das ständige langanhaltende Kämpfen mit der CDU um das Vorankommen im Land. Ich erkenne keine Potentiale beim Koalitionspartner, die ein vernünftiges Miteinander mehr ermöglichen.

Wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit in der Doppelspitze vor?

Ein respektvoller Umgang miteinander und die jeweiligen Stärken der/ des Anderen hervorheben. Eine ständige Kommunikation und Vorherige Festlegung zu Positionen auf grundlegende Themen im Land sollten dazu führen, dass eine klare und eindeutige Meinung vertreten wird.

Was willst Du als Landesvorsitzender tun, um unsere Mitglieder zu motivieren, zu informieren und zusammenzuhalten?

Gute und dauerhaft sichtbare Politik im Sinne der Menschen in Sachsen-Anhalt ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Seit ca. 10 Jahren bin ich mit der AfA Salzland in Sachen-Anhalt unterwegs und komme somit mindestens einmal im Jahr in einem engeren Kontakt mit anderen Ortsvereinsmitgliedern. Hierbei stellt sich die Vielfalt der Partei klar. Dies möchte ich mir auch als Landesvorsitzender bewahren. Der ständige persönliche Kontakt mit unseren Mitgliedern und deren Meinung anzuhören, um bei der eigenen Meinungsbildung eine Unterstützung zu sein ist wichtig. Daher möchte ich auch so viel wie möglich die Ortsvereine und Kreisverbände persönlich besuchen. Das motiviert nicht nur die Mitglieder, sondern auch mich selbst. Der Informationsaustausch ist dank der modernen Möglichkeiten in voller Vielfalt gegeben. Dennoch reichen Mails allein nicht mehr. Durch die Internetzeitung Vornewech wurde ein guter und wichtiger Schritt getan. Der Ausbau der Kommunikation kann durch Kurzvideo (mit Untertitel) ergänzt werden. Für den Zusammenhalt der Partei sind wir alle verantwortlich.

Was ist Deine Position zu den Themen…

…,,schwarze Null“:
Kann nur erreicht werden, wenn wir im Land auf einem grünen Zweig kommen. Sparen um jeden Preis führt zu der Unzufriedenheit, die in der Bevölkerung sich inzwischen festgesetzt hat.

…Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West:
Eins der wichtigsten Themen, die wir leider nach 30 Jahren der Einheit immer noch nicht erreicht haben.

…Zukunft des Sozialstaats:
Die Zukunft des Sozialstaates heißt für mich nicht nur die Sicherung von Sozialleistungen, sondern die Sicherung und Garantie der Grundfürsorge für die Bevölkerung. Dazu zählen Wohnen, Krankenversorgung und vor allem Wasser.

…Lehrermangel:
Jeder investierte Euro in Bildung ist es wert, um die Zukunftsfähigkeit eines Landes zu sichern. Dazu gehören auch Lehrer. Es müssen neue Anreize geschaffen werden, um den Lehrermangel zu beseitigen. Wenn dies als nicht möglich dargestellt werden kann, dann müssen wir darüber reden, wie wichtig uns Bildung ist und welchen Weg wir in Sachsen-Anhalt einschlagen wollen. Das Digitale Zeitalter könnte eine Möglichkeit zum digitalen Klassenzimmer sein. Dennoch sollte dies nicht unser alleiniges Ziel werden. Sozialkompetenz erlernt man nicht digital, sondern nur mit dem persönlichen Umgang miteinander.

…Strukturwandel, Klimaschutz und Mobilität:
Sachsen-Anhalt muss zum Zuwanderungsland entwickelt werden. Dies erfolgt nur durch Ansiedlung von Investoren und Wirtschaft, die bereit ist auch eine tarifgerechte Lohnzahlung für die Arbeitnehmer anzubieten. Die Pendler in den benachbarten Bundesländern sollten in Zukunft geringer werden, um auch dem Überleben des Ehrenamtes eine Chance zu geben. Vereine leben vom Ehrenamt und diese Zeit sollte nicht auf der Autobahn verbracht werden.

Der Klimaschutz gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dennoch ist das Thema nicht neu. Eine Aufforstungsoffensive und bessere Nutzung städtischer Flächen ist ein Anfang zur Verbesserung der Lebensqualität. Sachsen-Anhalt hat die Möglichkeit und muss sich gegen den Gedanken des Bundeswirtschaftsministers Altmaier stärker wehren, als Fläche für ein Atomendlager in Betracht gezogen zu werden.

Die Autobahnmaut hat nicht dazu geführt, dass weniger LKW auf der Autobahn fahren. Es muss wieder attraktiver werden, dass der Lastentransport über die Schiene verläuft. Eine schnellere Sanierung der Straßen und Brücken in Sachsen-Anhalt ist nur mit erheblichen Investitionen gebunden, die die Kommunen und Gemeinden durch auferlegte Sparpolitik nicht aufbringen können oder nur mit sehr langen Wartezeiten gebunden sind. Hierbei kann das Land durch finanzielle Förderprogramme ohne die Gemeinden selbst eine zusätzliche Belastung aufzuerlegen helfen. Auch was den Ausbau von Radwegen.

…Abschaffung von Kita-Gebühren:
lieber seit gestern statt erst morgen.

…Sicherheit und Ordnung im Lebensalltag der BürgerInnen:s
ind nicht verhandelbar. Die Einhaltung von Gesetzen und Normen zum ordentlichen Zusammenleben sind die Grundlage einer friedlichen Gesellschaft. Uns nützen allerdings keine Verschärfungen von Gesetzen und Normen, sondern die Umsetzung dieser. Die Sparmaßnahmen bei der Polizei, die seit der Polizeireform von Herrn Stahlknecht eingetreten sind haben unter Anderem zum Mangel an polizeinachwuchs geführt. Die sprachliche Verfassung von Gesetzen muss auch so formuliert werden, dass sie alle verstehen. Nicht wie es Herr Seehofer erklärte.

…Digitalisierung:
ist eine komplizierte Angelegenheit. Sie soll den Menschen dienen und führt doch zu Unbeholfenheit. Schnelles Internet ist inzwischen ein Qualitätsmerkmal auch im ländlichen Raum. Dennoch geht die Entwicklung der digitalen Welt so rasant voran, dass die Anzahl der Menschen sich verringert, die mit den ganzen Upgrades und Updates klarkommen. Auch ein Wandel im Arbeitsleben ist durch die Digitalisierung klar erkennbar. Wer kontrolliert die Einhaltung der Arbeitszeiten? Wer kann die Rechte der Arbeitnehmer als Betriebs- oder Personalrat schützen, wenn diese nur digital unterwegs sind? Wieviel Kontrolle gewinnt der Arbeitgeber über die Beschäftigten, wenn alles nur noch über den digitalen Ablauf funktioniert? Welche Erleichterung und Vorzüge gewinnen Arbeitnehmer, wenn die Digitalisierung voranschreitet? Führt die Digitalisierung zum Abbau der Bürokratie? Was kommt nach der Digitalisierung?

Was sollten unsere Ziele für die Zukunft des ländlichen Raums und für die Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse sein?

Weniger Steuern und eine schnelle Investition in der Infrastruktur. Die Sicherung von naheliegender Kinderbetreuungsmöglichkeit und kleinere Klassenräume. Vor allem sollte eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen und Gemeinden ermöglicht werden, um die Handlungsfähigkeit für die freiwilligen Aufgaben zu sichern.

Wie können wir die SPD im ländlichen Raum stärken?

Durch den Mut zum Ausstieg aus der großen Koalition und der Kenia-Koalition kann ein starkes Signal an die Bevölkerung gesendet werden. Der Koalitionspartner hat ausgedient und kann nicht mithalten. Wenn noch die Umsetzung von finanzieller Handlungsfähigkeit der Gemeinden und Kommunen zur Gestaltungsmöglichkeit als Ziele gesetzt werden, dann kann die SPD an Vertrauen und Zulauf im Ländlichen Raum gewinnen.

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