30 Jahre, 30 Mitglieder: Birgit Steinmetz (eingetreten 2013)

1990 wurde der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt gegründet. Wir haben 30 Mitglieder aus 30 Beitrittsjahren nach ihren Motiven, Erfahrungen und Zukunftserwartungen gefragt.

Wie bist du zur SPD gekommen?

Aufgewachsen in einer SPD-geprägten Familie, in der Partei- und auch Gewerkschaftsarbeit zum täglichen Leben dazu gehörten, habe ich schon in jungen Jahren mit meinem Vater über das Weltgeschehen und die täglichen politischen Ereignisse diskutiert. Nachdem ich 2006 nach Magdeburg gezogen bin, beobachtete ich die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt sehr genau. 2009 entschied ich in die Partei einzutreten, da es immer weniger Mitglieder gab und ich meinen Teil dazu beitragen wollte das zu verbessern. Auch ärgerte ich mich über die männliche Dominanz in den Stadt- und Ortsräten.

Was war für dich das wichtigste politische Ereignis?

Das ist eine ganz schwere Frage, da es aus meiner Sicht sehr viele, unser heutiges Leben und die Zukunft prägende, gab. In den 60ern das Frauenwahlrecht, Selbstbestimmung der Frau und § 218, Verbesserung der Kinderrechte, Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, gerechter Lohn für die Arbeit und Bekämpfung der Altersarmut.

Aufgewachsen im Göttinger Raum sehr Nahe an der damaligen Zonengrenze, bin ich immer wieder erstaunt und es ist das Größte, dass wir die Wiedervereinigung friedlich geschafft haben.

Wie siehst du die Zukunft der SPD?

In den letzten Jahren wurde schon so einiges getan indem die Basis durch die Mitgliederentscheide wieder verstärkt einbezogen und damit dem Vorbehalten „die da oben machen doch eh was sie wollen“ entgegen gewirkt wird. Wir müssen jedoch mehr darüber an die Öffentlichkeit, was wir getan haben und was es Ohne uns nicht so gäbe, damit die Bevölkerung versteht wofür wir stehen. Aus meiner Sicht ist es nötig eine ganz klare Haltung zu zeigen gegen jegliche Art von Diskriminierung, Ausgrenzung, Altersarmut und rechter und auch linker Gewalt.

Opposition sollte auch für uns in Zukunft kein Fremdwort sein, wenn der Wähler unsere Ziele nicht begrüßt und anderen seine Stimme gibt.

Bild: Foto Fuchs