30 Jahre, 30 Mitglieder: Cornelia Habisch (eingetreten 2006)

1990 wurde der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt gegründet. Wir haben 30 Mitglieder aus 30 Beitrittsjahren nach ihren Motiven, Erfahrungen und Zukunftserwartungen gefragt.

Wie bist du zur SPD gekommen?

Ich bin 2006 Mitglied geworden, weil ich nach einigen Jahren politischer Abstinenz wieder politisch mitgestalten wollte, und zwar in einer Partei, die das Ziel hat, die politische Mitte in eine Politik des starken Sozialstaats einzubinden, konsequent für Demokratie eintritt und Ökologie ernst nimmt. Natürlich kann man diese Prioritäten nicht in jeder politischen Entscheidung vollziehen, schon gar nicht, wenn man regiert, aber ich sehe die SPD auch heute noch als die Partei an, in der die Weichen für diese Ziele gestellt sind.

Was war für dich das wichtigste politische Ereignis?

In den zurückliegenden 30 Jahren war die friedliche Revolution in der DDR für mich das wichtigste Ereignis. Niemand in Westdeutschland hat mit diesem Umbruch gerechnet, und schon gar nicht auf friedlichem Weg. Die sich anschließende Wiedervereinigung war auch für mich persönlich das wichtigste Ereignis, denn sie hat mir die Chance eröffnet, in Sachsen-Anhalt dabei mitzuwirken, dieses Bundesland aufzubauen. Das ist bis heute spannend und dafür bin ich dankbar.

Wie siehst du die Zukunft der SPD?

Ich wünsche mir, dass die SPD es schafft, mit mehr Geschlossenheit ihr Fundament wieder zu festigen, und gleichzeitig Zukunftsfragen wie die Rahmenbedingungen und Folgen der Digitalisierung, eine menschen- und bürgerrechtsorientierte Steuerung von Kommunikation in den neuen Medien, moderne Formen der Arbeit und eine Weiterentwicklung der sozialen Systeme aufzugreifen. Dann finden wir auch wieder einen stärkeren Stand in der Parteienlandschaft.

Foto: privat