30 Jahre, 30 Mitglieder: Susanne Wiedemeyer (eingetreten 1993)

1990 wurde der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt gegründet. Wir haben 30 Mitglieder aus 30 Beitrittsjahren nach ihren Motiven, Erfahrungen und Zukunftserwartungen gefragt.

Wie bist du zur SPD gekommen?

Ich bin über die gewerkschaftliche Schiene zur SPD gekommen. Nach meinem Einstieg als Rechtsschutzsekretärin habe ich ab 1993 politisch für den Deutschen Gewerkschaftsbund gearbeitet. Dadurch entstanden erste Kontakte bis hin zu einer regelmäßigen Zusammenarbeit in Gremien und Arbeitsgruppen. Ich konnte mich insbesondere mit den sozialpolitischen Inhalten und Zielen der Partei identifizieren.

Was war für dich das wichtigste politische Ereignis?

Das ist schwierig zu beantworten, aber als prägend habe ich die damalige Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Reinhard Höppner empfunden. In dieser Gemengelage mussten demokratische Mehrheiten organisiert und konstruktiv regiert werden, ohne dabei sozialdemokratische Ideale aufzugeben. Das war eine enorme Herausforderung, die sowohl ihm als auch Fraktion und Partei gut gelungen ist.

Wie siehst du die Zukunft der SPD?

Ich könnte jetzt sagen, die Partei müsse ihr Profil schärfen und sich wieder auf ihre sozialdemokratischen Wurzeln besinnen. Das ist absolut richtig. Aber eigentlich wäre schon viel getan, wenn die gute Sacharbeit in den Parlamenten den Menschen vor Ort wieder nähergebracht wird. Gerade in Zeiten von Corona hat sich gezeigt: Auf die SPD ist Verlass. Das muss immer so sein. Dann sind wir auf einem guten Weg.

Foto: DGB Sachsen-Anhalt/Dirk Mahler