30 Jahre, 31 Mitglieder: Jörg Polster (eingetreten 2020)

1990 wurde der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt gegründet. Für unsere Reihe hatten wir 30 Mitglieder aus 30 Beitrittsjahren nach ihren Motiven, Erfahrungen und Zukunftserwartungen gefragt.

Hier kommt nun der “Bonustrack”: Jörg Polster, frisch eingetreten im Jahr 2020.

Wie bist du zur SPD gekommen? 

Ich bin zur SPD über Umwege gekommen. Bei einem Vortrag über den Inklusionsfortschritt in Deutschland fiel mir eine Rednerin besonders auf. Ich erfuhr, dass sie die Vorsitzende der AG “Selbst Aktiv” in Sachsen-Anhalt ist. Angetan von dieser enthusiastischen und ehrlichen Art und der Thematik fragte ich, ob man dort auch als Nicht-SPD-Mitglied seinen Beitrag leisten kann, was ich in Folge auch über zwei Jahre bisher tue. In dieser Arbeitsgemeinschaft habe ich so viele SPD-Mitglieder kennengelernt, die mit ehrlichem Herzblut und Enthusiasmus bei der Sache sind, mit der SPD die Welt ein wenig besser zu machen. Nun denke ich mir, dass ich genau hier richtig bin und vielleicht auch in und mit dieser sozialen Gemeinschaft meinen Beitrag dazu leisten kann.

In dieser Zeit beschäftigte ich mich – ehrlich gesagt – auch dadurch erstmals näher mit der Politik und den Politikern der SPD und finde, dass die gute Politik der SPD noch viel zu wenig beachtet und dargestellt wird und es viele solcher “Mitmacher” mit Herz und Verstand braucht. Und ich wollte gerne einer davon sein. Darum ist die SPD jetzt meine Partei.

Was war für dich das wichtigste politische Ereignis?

Das wichtigste politische Ereignis in den letzten 30 Jahren war – wie sicher bei vielen – die friedliche Revolution, die eine Wende für alle Bürger in Ost und West einleitete. Sie stellte unser aller und mein Leben auf den Kopf, schüttelte es einmal durch und startete von “neu”.

Ich habe meinen Weg gefunden, aber nicht jeder hatte so viel Glück. Wir Deutschen lernten uns alle erst einmal neu und überhaupt kennen, mit unseren Ansichten, Zielen, Ängsten und Hoffnungen. Und ich finde, wir haben es bisher gut gemacht und gemeinsam als eine Einheit haben wir es in der Hand, es für uns und unsere Kinder noch besser zu machen.

Wie siehst du die Zukunft der SPD?

So sozial, wie diese Partei eingestellt ist und so, wie sie die Politik für den “einfachen” Bürger über den Mittelstand bis hin zu den “gut bürgerlichen” Bürgern macht und dabei auch nicht die Rentner, sozial Schwachen und Behinderten vergisst, sollte die SPD regierungsführende Partei sein. Nur müssen wir alle mit “Öffentlichkeitsarbeit”, die jeder begreift, und mit offenem Herzen auf die Wähler / Bürger zugehen und es ihnen zeigen. Mit mehr Einigkeit auch innerhalb der Parteimitglieder und einem geschlossenen Auftreten könnte man es schaffen. Keiner wählt eine Partei, die sich in sich selbst uneins ist und sich nicht ehrlich “verkauft”. Zumindest ist so meine persönliche Vorstellung.

Foto: privat