Ein Plakat, ein Bier und was dahintersteckt

Sein Wahlplakat machte Sören Steinke aus Halle überregional bekannt – als der Kandidat, der mit einem Bier in den Stadtrat kommen will. Wenn man sich mit ihm unterhält, merkt man schnell: Da steckt noch mehr dahinter.

In den sozialen Medien erregte Sören mit seinem Plakat einiges Aufsehen

Der Kommunalwahlkampf ist ja fast schon traditionell ein Festival der skurrilen Plakate. Die Hallenser SPD hatte sich hier in diesem Jahr besonders verdient gemacht: Lars Juister warb mit Wikingerbart und Streitaxt um seinen Einzug in den Halleschen Stadtrat,  Sören Steinke nahm ein Glas Bier mit aufs Plakat. Ist eine Kandidatur für die SPD im Jahr 2019 etwa nur noch mit Alkohol zu ertragen? Mitnichten: Sören ist Brauer. Gemeinsam mit Braumeister Armin Brandt arbeitet er derzeit daran, dass im Böllberger Weg in Halle unter dem Dach des Lebenshilfe-Vereins erstmals seit der Wende wieder eigenes Bier gebraut wird.

Dass er als Handwerker in der SPD mittlerweile eher eine Ausnahmeerscheinung ist, ist ihm bewusst. Ein gesamtgesellschaftliches Problem, wie er findet: „Direkt nach der Schule eine Ausbildung zu machen, das wollen viele nicht, das ist schade. Das muss man irgendwie zurückholen.“ „Ein Plakat, ein Bier und was dahintersteckt“ weiterlesen

2.200 Bewerbungen für die SPD zur Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt

Am 26. Mai 2019 werden in Sachsen-Anhalt alle Kommunalparlamente gewählt. 2.200 Bewerberinnen und Bewerber für einen Sitz in den Kreistagen, Stadträten, Gemeinderäten, Ortschaftsräten und Verbandsgemeinderäten des Landes Sachsen-Anhalt kandidieren auf den Wahllisten der SPD.

Lischka: „Diese Zahl zeigt: Die SPD in Sachsen-Anhalt ist eine quicklebendige und diskussionsfreudige Partei – und bereit für den Wahlkampf. Wir machen uns stark für lebenswerte Gemeinden in einem einigen Europa. Wir werden überall vor Ort klarmachen: Mit populistischer Propaganda kann man vielleicht ein Brexit-Chaos anrichten – aber damit füllt man kein Gewerbegebiet, saniert keine Kita und beantwortet nicht die Sorgen der Vereine.“

Von den Bewerberinnen und Bewerbern sind 12 Prozent (Kreistagswahlen) bzw. 31 Prozent (Stadt- und Gemeinderatswahlen) parteilos. Mit 25 Prozent liegt der Frauenanteil deutlich unter unserem eigenen Anspruch. Die meisten Kandidaturen gibt es im Landkreis Börde mit 260.

Familie und Ehrenamt – Der ganz normale Wahnsinn?

Katharina Zacharias lebt seit zwei Jahren in Haldensleben im Landkreis Börde. Ihr Alltag besteht in den letzten drei Jahren vor allem aus ihren Kindern, die sie rund um die Uhr fordern und viele persönliche Einschnitte verlangen. Die gelernte Köchin ist aktuell zu Hause, da ihr zweiter Sohn noch nicht in die Krippe geht. Zacharias hat viel um die Ohren. Dennoch hat sie sich entschieden, für den Stadtrat und den Kreistag zu kandidieren.

Ein Gastbeitrag über den Spagat zwischen Familie und Ehrenamt. „Familie und Ehrenamt – Der ganz normale Wahnsinn?“ weiterlesen

Kann die SPD in Oschersleben ihre starke Position verteidigen?

Oschersleben war schon immer eine der Hochburgen der SPD im Landkreis Börde. Vor den anstehenden Kommunalwahlen treibt die Genossen die Frage um, ob das so bleiben wird.

Oschersleben – so könnte man es beschreiben – schwebte in den letzten Jahren zwischen Hoffnung und Resignation. Seit 2015 gibt es in der Bodestadt einen jungen Bürgermeister: Benjamin Kanngießer, der als parteiloser Bewerber für die Sozialdemokraten ins Rennen ging und sich seinerzeit mit 60 Prozent im ersten Wahlgang deutlich vor seinen Mitbewerbern durchsetzen konnte. Kindertagesstätten und Schulen werden saniert, ebenso der marode Bahnhof, der wieder zum Aushängeschild der beschaulichen Kleinstadt mit etwa 19.000 Einwohnern werden soll, und auch die alte Burg an den Ausläufern des Großen Bruches, einer Feuchtwiesenlandschaft, konnte erfolgreich instandgesetzt werden.

Und doch macht sich Resignation breit, läuft es in Oschersleben doch so wie fast überall im ländlichen Raum: Die Innenstadt stirbt nach und nach aus, und Leerstand macht sich breit. In zehn Jahren wird die Bevölkerung etwa zu einem Drittel aus Rentnern bestehen. Junge Menschen verlassen reihenweise die Stadt für Studium und Ausbildung – viele kehren nicht zurück. Diese brisante Ausgangslage, das enorme Spannungsverhältnis zwischen Optimismus und Trostlosigkeit, wird ihren Ausdruck auch in der anstehenden Stadtratswahl finden. „Kann die SPD in Oschersleben ihre starke Position verteidigen?“ weiterlesen