Magdeburg: erste Station auf dem Weg zur #DoppelspitzeLSA

Rennen um den Landesvorsitz eröffnet – Kandidierende stellen sich in erster Regionalkonferenz den Fragen der Mitglieder

Unter hohem medialen Interesse fand am 5. September die erste Regionalkonferenz mit den fünf Kandidatinnen und Kandidaten für den Landesvorsitz der SPD Sachsen-Anhalt in Magdeburg statt. In gut zwei Stunden hatten Juliane Kleemann, Jost Riecke, Seluan Al-Chakmachi, Katharina Zacharias und Andreas Schmidt die Möglichkeit, sich und ihre Ideen für die Landespartei vorzustellen und Fragen interessierte Genossinnen und Genossen zu beantworten. Ein Bericht von Lennart Birth.

Es war voll geworden im Familienhaus im Magdeburg. Ein Großteil der Stühle im Großen Saal war besetzt, als die stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Sachsen-Anhalt und Fraktionsvorsitzende im Landtag Katja Pähle die Kandidierendenvorstellung eröffnete. „Seit unserem Parteitag in Zerbst haben wir als erster Landesverband verbindlich eine Doppelspitze – darauf bin ich stolz!“, betonte sie unter Applaus. „Magdeburg: erste Station auf dem Weg zur #DoppelspitzeLSA“ weiterlesen

Sachsen-Anhalt: der erste SPD-Landesverband mit Doppelspitze

Fünf Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Wahl

Es war eine historische Entscheidung beim außerordentlichen Landesparteitag  der SPD am 31. August 2019 in Zerbst: Als erster Landesverband führt Sachsen-Anhalt eine Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann ein. 72 Delegierte stimmten für, 17 gegen die entsprechende Satzungsänderung, drei enthielten sich. Die Änderung tritt zum Januar 2020 in Kraft, wenn der neue Landesvorstand beim ordentlichen Parteitag in Aschersleben neu gewählt wird.

Am selben Tag lief auch die Frist für Nominierungen ab. Der Geschäftsführende Landesvorstand ließ am 2. September 2019 alle Vorgeschlagenen zur Mitgliederbefragung zu. Wir haben alle Kandidatinnen und Kandidaten nach ihren Zielen und Vorstellungen befragt. „Sachsen-Anhalt: der erste SPD-Landesverband mit Doppelspitze“ weiterlesen

Seluan Al-Chakmachi

Kandidat für den SPD-Landesvorsitz

Alter:
41 Jahre

Wohnort:
Güsten

Familie:
geschieden, alleinerziehender Vater, ein Sohn (18 Jahre)

Beruf:
Mitarbeiter Wahlkreisbüro Lischka, MdB
Erlernte Berufe: Kaufmann für Bürokommunikation, Polizeivollzugsbeamter Bundesgrenzschutz (Bundespolizei)

Ortsverein:
Saale-Wipper „Seluan Al-Chakmachi“ weiterlesen

Lehrermangel im Land – „Wir brauchen einen grundlegenden Wandel“

 Interview mit Angela Kolb-Janssen

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angela Kolb-Janssen, äußert sich angesichts des Fehlens hunderter Lehrer zum Schuljahresbeginn 2019 besorgt über die Situation in den Klassen. In der Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium wünscht sie sich eine verbesserte Kommunikation, erklärt sie im vornewech-Interview.

vornewech: Die Sommerferien sind gerade zu Ende. Wurde die Zeit genutzt, um das neue Schuljahr gut vorzubereiten? Was erwartest uns? Wird es besser mit der Unterrichtsversorgung und der Besetzung der Lehrerstellen?

Angela Kolb-Janssen: Ehrlich gesagt mache ich mir große Sorgen. Die Unterrichtsversorgung ist zum Beginn des Schuljahres 2019/2020 so schlecht wie noch nie. Inzwischen sind mehr als 1.000 Stellen nicht besetzt und ich bin erstaunt, wie gelassen das Bildungsministerium mit dieser Situation umgeht. „Lehrermangel im Land – „Wir brauchen einen grundlegenden Wandel““ weiterlesen

Stadt und Land dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Der Preis politischer Stabilität

Von Norman Belas, Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg

Seitdem der Einheitsboom Mitte der 1990er Jahre vergangen ist, ist die ökonomische Entwicklung in Ostdeutschland und der reflexartige Vergleich zwischen Ost und West ein stetiger und prominenter Begleiter im wirtschaftspolitischen Diskurs hierzulande. Die wirtschaftspolitischen Debatten über die regionale Förderung sind notwendig, gerade wenn die Bundesrepublik mit einem Mittelrückgang des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) in einer Größenordnung von real rund 21 Prozent in der kommenden Förderperiode von 2021 bis 2027 zu rechnen hat. Doch die Debatte über die Förderung von Stadt und Land wird zurzeit von allen Akteuren, ob Politik oder Wissenschaft, mit einer Schärfe geführt, die sich nicht immer als hilfreich für den Diskurs herausstellt. „Stadt und Land dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“ weiterlesen

“Bei der CDU ist jetzt Führung gefragt”

Aus der Printausgabe von vornewech:
das Editorial von Burkhard Lischka

Es ist noch nicht lange her, es war im April, dass Ministerpräsident Reiner Haseloff den Satz sagte: „Sachsen-Anhalt ist das stabilste Land, das es in Deutschland gibt.“ Das war natürlich ganz schön schräg – jeder weiß, wie oft es in der Kenia-Koalition schon gescheppert hat.

Aber immerhin: In der Sachpolitik hat diese Regierung gar nicht so wenig vorzuweisen. „“Bei der CDU ist jetzt Führung gefragt”“ weiterlesen

„Das größte Problem ist, dass aus der Großen Koalition einfach kein Stolz auf den eigenen Laden erwächst“

Interview mit Kevin Kühnert

Die Jusos hatten gerade großen Grund zum Feiern: In München begingen sie mit einer Festveranstaltung und einem mehrtägigen Kongress, dass vor 50 Jahren am selben Ort die „Linkswende“ bei den Jusos stattfand und aus einer parteifrommen Jugendorganisation ein erklärtermaßen sozialistischer Richtungsverband wurde. Mit Kevin Kühnert als Juso-Bundesvorsitzendem wird diese Rolle wieder besonders deutlich sichtbar. Für vornewech sprach Martin Krems-Möbbeck mit ihm.

vornewech: Eine Frage werde ich Dir ganz bestimmt nicht stellen, nämlich ob Du SPD-Vorsitzender werden willst…

Kevin Kühnert: …das ist lieb!

…sondern ich greife mal das auf, was Du im November 2018 in Magdeburg gesagt hast, als Du das auch schon gefragt worden bist – unter ganz anderen Vorzeichen als heute. Damals hast Du gesagt: Dir geht es nicht um Ämter, Dir geht es um eine Mehrheit. Ganz konkret: Für was für ein Projekt möchtest Du in der SPD eine Mehrheit erreichen?

Wenn ich dafür einen Begriff nennen soll: Für mich geht es darum, dass die SPD so etwas wird wie eine Gemeinwohlpartei. „„Das größte Problem ist, dass aus der Großen Koalition einfach kein Stolz auf den eigenen Laden erwächst““ weiterlesen