SPD – wohin, wie und mit wem?

Die SPD steht vor vielen Neuanfängen. Nicht nur die Neuwahl zum Parteivorsitz und für den Vorsitz der Bundestagsfraktion steht an, sondern auch eine Kursbestimmung im Zusammenhang mit der vereinbarten Zwischenbilanz der Großen Koalition in Berlin.

Wir haben die SPD-Mitglieder aus Sachsen-Anhakt eingeladen, ihre Vorstellungen aufzuschreiben. Denn auf uns alle kommt es jetzt an.

Wir wünschen eine interessante Lektüre!

Die Aufgabe heißt: die SPD zusammenhalten und erneuern

Von Katja Pähle, Halle
Mitglied des SPD-Parteivorstands

Die SPD steckt in einer vierfachen Krise – strukturell, personell, inhaltlich und strategisch. Die personelle Krise ist durch den Rücktritt von Andrea Nahles am deutlichsten sichtbar geworden. Es wäre aber fatal, wenn wir uns nur um eine neue Führungsspitze und um den Weg dahin kümmern würden. Für die Rück- und Neugewinnung von Wählerinnen und Wählern reicht das nicht aus.

Wir müssen vielmehr auf allen vier Ebenen Antworten geben: „Die Aufgabe heißt: die SPD zusammenhalten und erneuern“ weiterlesen

“Die SPD muss beide Milieus erreichen können”

Von Eberhard Brecht, Quedlinburg

Es ist psychologisch nachvollziehbar, dass die politischen Flügel innerhalb der SPD die Politik des jeweils anderen Lagers für die schlechten Wahlergebnisse verantwortlich machen. Und allen an dieser Diskussion Beteiligten fällt es schwer, für ihre jeweilige Position zumindest Indizien zu liefern.

Auch wenn ich selbst nicht in der Lage bin, eine untermauerte Theorie anzubieten, so drängen sich mir nach dem Lesen vieler Wahlanalysen ein paar Erklärungen auf: „“Die SPD muss beide Milieus erreichen können”“ weiterlesen

#SPDpur – wie weiter mit der SPD?

Von Enrico Koltermann, OV Magdeburg-West

Die SPD musste mit der Europawahl und der Landtagswahl in Bremen sowie bei den Kommunalwahlen weitere erhebliche Niederlagen einstecken. Ein weiterer historischer Tiefpunkt ist erreicht und führt die SPD zunehmend in eine elementare Krise, somit steht sie am Scheideweg und es stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Was führt die SPD wieder auf den Weg, um mit breiter Zustimmung der Menschen, politische Dinge voran zu bringen?

Dies alles sind komplexe Fragen , welche sich die SPD stellen muss, da der jetzige Tiefpunkt in einer Kette von Verlusten zu betrachten ist und die kommenden Landtagswahlen im Osten (Sachsen, Brandenburg und Thüringen) lassen weitere erhebliche Verluste voraussehen. „#SPDpur – wie weiter mit der SPD?“ weiterlesen

Welche Zukunft will die SPD?

Von Martin Kütz, OV Schönebeck

Hat die SPD ihre „historische Mission“ erfüllt? Ja, wenn wir uns als Klientelpartei des Industriearbeiters verstehen, der gewerkschaftlich organisiert ist und eine unbefristete Anstellung in einem großen Industriekonzern hat. Wenn wir allerdings soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden haben wollen, dann gibt es für unsere SPD noch jede Menge Arbeit und Daseinsberechtigung! Mich schockiert es, wenn ich blaue Wahlplakate sehe, die selbstbewusst verkünden: Soziale Gerechtigkeit – nur mit uns! Unser Kernthema dürfen wir doch nicht der politischen Konkurrenz überlassen, oder? „Welche Zukunft will die SPD?“ weiterlesen

Die Zukunft der SPD – eine Debatte über Köpfe?

Von Moritz Putzar-Sattler, Halle

Anhand der Reaktionen auf die Europa- und Kommunalwahlergebnisse nehme ich wahr, dass die Angst umgeht: die Angst vor politischer Bedeutungslosigkeit, aber auch die Angst mancher Genossinnen und Genossen, vom Ortsverein über den Landesverband bis hin zur Parteispitze, ein liebgewonnenes Amt und damit Verantwortung, aber auch Macht abgeben zu müssen. Nach Niederlagen müssen „Köpfe rollen“ – ist das so? Nein, aber nach Niederlagen muss Verantwortung übernommen werden – auch wenn dies bedeutet, Macht und Verantwortung abzugeben. Die im Bundesvorstand gestellte Forderung, statt Personaldebatten Inhaltsdebatten zu bemühen, verkennt, dass Inhaltsdebatten zwingend auch Personaldebatten sind: neue Themen erfordern neues Handeln – und damit auch das Abdanken alter „Köpfe“, die der Erneuerung offenbar bislang im Wege standen. „Die Zukunft der SPD – eine Debatte über Köpfe?“ weiterlesen

Wohin mit Dir, meine SPD?

Von Jan Hanse

Jedes Mal, wenn ich im Ernst-Reuter-Haus aus dem Fenster schaue, sehe ich die Staatskanzlei. Den Sehnsuchtsort der Landes-SPD, so nah und doch so fern. Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei uns gerade weit auseinander. Wir wollen Verantwortung übernehmen, die Regierungschefin oder den Regierungschef stellen und die Politik prägen, aber werden im gesellschaftlichen Wandel zerrieben. Wir wollen für uns wichtige Punkte umsetzen und verkennen dabei, dass unser Markenkern immer noch wichtig ist, aber die Menschen andere Schwerpunkte setzen. „Wohin mit Dir, meine SPD?“ weiterlesen

“Die neuen Herausforderungen künstlicher Intelligenz annehmen”

Von Angelika Neumann, Plötzky

Die Volksparteien haben nicht nur in Deutschland, sondern auch in allen anderen europäischen Ländern ausgedient, denn das Volk in dem Sinne gibt es nicht mehr, es gibt nur noch die Masse, die zufällig zwar die gleiche Sprache spricht, aber kaum noch Verbindendendes unter der Masse, denn den einen Feind gibt es nicht mehr, gegen den die Masse ankämpfen muss. Früher war klar, auf der einen Seite waren die Arbeiter, auf der anderen Seite die Industriellen, gegen die es die Forderungen durchzusetzen galt, mit dem Ergebnis, dass wir in Deutschland einen sehr hohen sozialen Standard erreicht haben. „“Die neuen Herausforderungen künstlicher Intelligenz annehmen”“ weiterlesen

Gute Arbeit vor Ort kann uns stärken

OV Oberharz verteilt Warnwesten

Von Katrin Bartsch, Oberharz am Brocken

Nach dem Wahlergebnis heißt es für uns, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Auch wir haben bei den Wahlen Stimmen an die AfD verloren. Wichtig ist es uns im Oberharz, dass Basis und Bevölkerung vermehrt wieder den Kontakt zueinander und miteinander finden.  Ebenso, dass unsere Ziele aus dem Wahlprogramm umgesetzt werden.

Häufig ist es schwierig, da selbst kleine Ortsvereine immer mit Entscheidungen aus Berlin auf eine Stufe gestellt werden, auch wenn wir oftmals anderer Ansicht sind. „Gute Arbeit vor Ort kann uns stärken“ weiterlesen

Weitere Stimmen aus der Landes-SPD

Erneut geht  es gleich wieder nur um Figuren und  Strukturen. Wie wäre es mal mit der einzig richtigen Konsequenz: mit den Linken zusammengehen und gemeinsam für das uns prägende Klientel wirken, statt uns hier ständig Konkurrenz zu machen. Mit den dann 25 % sieht man  uns wenigstens wieder.

Bernd Scheidat

 

Eigentlich machte und macht die SPD gar nichts falsch, denn sie regiert mit dem Kopf, mit Verstand und Vernunft. Der (neue) Wähler aber entscheidet nach Bauchgefühl. Der will ja gar keine perfekte Demokratie. Die nämlich langweilt ihn, gerade wenn’s ihm einigermaßen gut geht. Und diese Langeweile tobt er dann aus im Fußballstadion, am Hasselbachplatz oder eben mit dem Kreuz für AfD.

Was die SPD incl. Andrea Nahles versprach, das erfüllte, ja übererfüllte sie.  Bloß: Hofft nicht auf Dankbarkeit!

Lieber Staat, wach doch endlich mal auf! Bring uns wieder eine wehrhafte Demokratie, wie sie zum Beispiel Helmut Schmidt vorführte im mutigen Kampf gegen die RAF. Mach Schluss mit den rechtsfreien Räumen in den Gemeinden. Keine Samthandschuhe mehr, sondern harte Bandagen gegen Vandalen, gegen Sprayer, gegen polizeibekannte Wiederholungstäter.

Was wir brauchen, ist eine stabile und rechtstreue Regierung, die den Populisten endlich den Wind aus den Segeln nimmt.

Peter Beyer, Staßfurt

 

Viele einfache Bürger können  sich kein besseren Handys oder kein gutes Fahrrad leisten. Flüchtlinge haben die neuesten Smartphones und neue gute Fahrräder. Erklären kann ich das meinen Freunden und Verwandten nicht. Sie verstehen das nicht und wählen aus Protest die AfD. Solche kleinen Ungerechtigkeiten müssen wir regeln, sonst wird es noch weiter abwärts mit uns gehen.

Hartmut Rönnike, Saalekreis

Hinweis der Redaktion: Flüchtlinge erhalten in keinem Fall höhere Leistungen als den Hartz-IV-Regelsatz, häufig sogar deutlich darunter. Gelegentlich verbreiten Rechtsextremisten die Behauptung, dass Flüchtlinge Smartphones vom Staat bekommen. Daran ist aber nichts dran.